Politischer Werdegang

1984 trat Kasparow der Kommunistischen Partei der Sowjetunion bei. Diese verließ er 1990 wieder und beteiligte sich an der Gründung der Demokratischen Partei, deren stellvertretender Vorsitzender er wurde. Ein Jahr später trat er nach Auseinandersetzungen über das Programm auch aus dieser Partei aus.
Im Jahr 1993 war Kasparow an der Gründung der Partei Choice of Russia beteiligt. Bei den russischen Präsidentschaftswahlen 1996 setzte er sich für die Wiederwahl von Boris Jelzin ein.

Ab 1999 veröffentlichte Kasparow eine Reihe von politischen Kommentaren in US-Zeitungen, so dem The Wall Street Journal, ab 2004 als „contributing editor“ der Zeitung, worin er die amerikanische Politik lobt und die russische Politik kritisiert. Im Jahr 2006 führte die Internetseite der neokonservativen amerikanischen Organisation Center for Security Policy Kasparow als Mitglied ihres Beirats National Security Advisory Council (NSAC). Anfang April 2007 gab es öffentliche Berichte über diese Mitgliedschaft. Doch im gleichen Monat bezeichnete Kasparow sie als „bürokratisches Kuriosum” und dementierte, jemals für die Organisation tätig gewesen zu sein. Kurz darauf wurde sein Name von der Mitgliederliste des NSAC entfernt. Nach seinem Rücktritt vom professionellen Schachsport im März 2005 kündigte Kasparow an, seine Zeit nun der Politik und dem Schreiben zu widmen. Er gründete die Vereinigte Bürgerfront und wurde Mitglied beim regierungskritischen Parteienbund Das andere Russland.